2025

In Oktober reisten Samira Memarzadeh (Harfe), Sophie Sibille (Holzblasinstrumentenbau) und Pierre-Alain Chamot (Violine) nach Kinshasa. 

Holzblasinstrumente sind sehr empfindlich, brauchen regelmäßige Pflege und immer wieder professionelle Reparatur, um spielbar zu bleiben. Das ist hier natürlich nicht möglich, und seit Jahren müssen wir beobachten, wie schwer es die Musiker*innen haben, mit Ihren Flöten, Oboen, Klarinetten und Fagotten zu arbeiten; sie müssen mit kaum spielfertigen, manchmal schlicht defekten Instrumenten üben, auftreten und unterrichten. 
Wir waren daher sehr glücklich, dass die Holzblasbauerin Sophie Sibille aus München bereit war, ihre Zeit und ihr Können im Rahmen der Reise für den Elongo e.V. und die Musiker*innen in Kinshasa großzügig zu spenden. Sofort nach unserer Ankunft hat sie eine Werkstatt mit mitgebrachten Werkzeugen und Ersatzteilen eingerichet und in einem beeindruckenden Tempo die zahlreichen Instrumente repariert, gerichtet und reguliert, die ihr gebracht wurden. 


Der Kontrast zwischen dem traurigen Anblick der Instrumente bei Ankunft und den glücklichen Gesichtern der Musiker*innen nach der Reparatur war schön zu sehen. Am Samstag, den 18. Oktober konnten wir uns bei einem Auftritt des Orchesters im neuem Saal des „Centre Culturel des Pays d’Afrique Centrale“ auch davon überzeugen, dass die Instrumente – wie erwartet – erheblich besser, sauberer und zuverlässiger funktionierten. 

Nadine Muilu Tukuikila, Marie-France Muilu Ngoyi und Sophie Sibille



Dieses diffizile Handwerk zu vermitteln übersteigt momentan sowohl unsere Möglichkeiten, als auch die des Orchesters. Die tägliche Pflege der Instrumenten wurde von Sophie Sibille aber auch vermittelt, sodass der Zustand der jetzt reparierten Instrumente möglichst lange erhalten werden kann.

Die Prinzessin Caroline von Monaco hat in der Vergangenheit das OSK mehrmals unterstützt und vor 10 Jahren hat sie sehr großzügig eine Konzertharfe gespendet. Seitdem haben zwei Musiker*innen des Orchesters das Harfenspiel autodidaktisch gelernt. Die Hürden auf diesem Weg zeigen sehr gut, wie einmalige – selbst großzügige – Spenden eine nur begrenzte Wirkung entfalten können, wenn eine dauerhafte Begleitung und Einweisung fehlt. Daher war es seit langem ein Wunsch des OSK und auch von uns, eine*n Harfenist*in einzuladen. Wir waren sehr glücklich, dass Samira Memarzadeh aus Düsseldorf zugesagt hatte: sie ist eine vielseitige Kollegin, erfahren im Orchesterspiel sowie in Musikvermittlung und in interkulturellen Projekten. 
Auch sie hat nach unserer Ankunft sofort mit ganz konkreten Arbeiten an der Harfe begonnen: vieles war in den letzten Jahren aus Unwissenheit ungenau oder falsch gehandhabt worden, und es waren einige Stunden Arbeit nötig, um die Harfe wieder ganz einsatzfähig zu machen. Zum Glück waren keine irreparablen Schäden entstanden und die Harfe klingt jetzt wieder sehr schön. Natürlich waren die Musiker*innen des Orchesters in diesen Prozess mit einbezogen, sodass sie ab jetzt das Instrument fachgerecht behandeln können. 

Florsi Diatezua Makizolela und Samira Mermarzadeh


Der anschließende Unterricht war ebenfalls erfolgreich, und bei dem Konzert konnte Florsi Diatezua, Harfinistin des OSK, ihren Part sehr überzeugend vortragen. 

Die Arbeit mit den Streichern, hauptsächlich den Geiger*innen, gehört schon zur Routine unserer Reisen: es ist die größte Instrumentengruppe (das Konzert wurde mit sechzehn 1. Geigen und vierzehn 2. Geigen gespielt…), und der Weg zum genauen und homogenen Spiel in einer Streichergruppe ist lang und erfordert viel Geduld. 

Chicco und Pierre-Alain Chamot


Eine einfache und praktische Verbesserung des Unterrichtes bestand in einem kleinen mitgebrachten Drucker: so konnten wir aus einer mitgebrachten digitalen, gemeinfreien Notensammlung schnell eine passende Übung oder ein passendes Stück ausdrucken und mitgeben. Die Arbeit wurde dadurch schneller und flexibler, und der Transport von mehreren Kilo Musikheften ist nicht mehr nötig.

Zum ersten Mal haben wir einen Auftritt des Orchesters im Konzertsaal des Centre Culturel erlebt; es wurde im Rahmen einer Kooperation des OSK mit dem Opersänger Blaise Malaba veranstaltet; in Kinshasa geboren, ist dieser mittlerweile in großen Opernhäusern weltweit erfolgreich und fördert Nachwuchssänger*innen aus dem Kongo. Auf dem Programm standen berühmte Opernarien, in welchen die jungen Künstler*innen glänzen konnten. 

Zwischen diesen vielen Erlebnissen wurden weitere Pläne für die Zukunft geschmiedet: Armand Diangienda hat weitere Konzerte in Kooperation angeregt, und Sophie Sibille hat schon angekündigt, dass sie ihre Arbeit hier unbedingt fortsetzen möchte…

Diese Reise wurde durch Ihre großzügigen Spenden und einen Zuschuss des Goethe Institutes möglich gemacht, und wir möchten Ihnen herzlich dafür danken, auch im Namen unserer Partner vor Ort.